Geissflue Langenbruck

Geissflue Langenbruck

Bereits unterhalb der Geissfluewiese kann man das hoch schwingende Kraftfeld deutlich wahrnehmen. Der Name der Geissflue geht vermutlich auf den alten Begriff «Geis» zurück, der einen schicksalhaften, bedeutenden Ort bezeichnet.

Allein die hohe Schwingung der Geissflue ist ein Hinweis auf ein Naturheiligtum, wo die Menschen über Jahrtausende ihre Zeremonie und Rituale lebten. Die Nähe zu anderen Kraftorten wie der Belchenflue oder dem bedeutenden Pass über den Hauenstein spricht dafür, dass hier schon vor langer Zeit religiöse Zusammenkünfte gefeiert wurden. Wenn die hohe Schwingung selbst moderne Menschen abheben lässt, wie wurden diese dann erst von unseren naturverbundenen Vorfahren erlebt?

«Natürlich wirkt auch der tradierte Mythos des Ortes, der von Seherinnen und Schamanen vermittelt wurde. Diese Menschen erzeugten mittels Zeremonien eine magische Stimmung, in der die Welt zu sphärischen Klängen tanzte und die Geissflue zum Paradies wurde. In der unmittelbaren Erfahrung mit dem Leben untrennbar verbunden zu sein, verloren die verschiedenen Ansichten und Interessen der Menschen ihre Bedeutung. Selbst jene, die unten im Tal miteinander um Besitz oder Macht stritten, feierten hier oben zusammen, wie Lamm und Löwe im Garten Eden.»

 

Quelle: Pier Hänni, Magischer Jura. Wanderungen zu Orten der Kraft von Schaffhausen, über Basel bis zum Neuenburger Jura, AT Verlag, Baden und München, S. 131-132.