Welschenrohr

Welschenrohr vom Graustein aus

Die Gemeinde ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse von Oensingen nach Moutier. Durch den Postautokurs, welcher die Strecke von Balsthal nach Gänsbrunnen bedient, ist Welschenrohr an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Welschenrohr blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Die erste Erwähnung finden wir in einer Urkunde von Papst Alexander III. datiert auf den 27. Februar 1179 an das Chorherrenstift Münster-Granfelden, in der er dessen Besitzungen bestätigte. In dieser Bulle des Papstes steht zu lesen: «Villam de Rore cum capella et maiore parte decimarum.» (Das Dörfchen Rore mit einer Kapelle und dem grössten Teil des Zehnten). Der Name Rohr stammt aus dem lateinischen Wort rosaria, was auf ein Gebiet hinweist, in dem Schilf und Binsen wachsen. Davon ist auch der welsche Name Rosières abgeleitet. Die Nähe zum Welschland dürfte auch die Ergänzung des Ortsnamens zu Welschenrohr bewirkt haben. Seit der ersten Nennung war Welschenrohr im Besitz der Abtei Moutier-Grandval. Durch Kauf kam Welschenrohr 1569 an Solothurn.

Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime 1798 wurde Welschenrohr dem Bezirk Balsthal-Thal zugeteilt. Mit der Gründung der Société d’horlogerie à Rosières SA im Jahr 1891 entwickelte sich das Dorf zu einem Zentrum der solothurnischen Uhrenindustrie. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg blühte die Uhrenfabrikation. Zur Zeit der Hochkonjunktur waren mehr als 600 Arbeiter in den Uhrenwerken beschäftigt. Die Krise der 1970er Jahre führte dann aber zur Schliessung der ehemals acht Fabriken und zu einem deutlichen Bevölkerungsverlust. 1980 stellte die letzte Uhrenfabrik ihren Betrieb ein. Seither hat sich die Industrie auf moderne Technologien in der Elektronik und Präzisionsmechanik ausgerichtet.